Exit

Als ich im Mai 2016 mit der vollständigen Umstellung meiner, nicht nur Ess-, Gewohnheiten begann, wog ich 165 kg und schaffte es, direkt im ersten Anlauf, bis zum November desselben Jahres, herunter auf 115 kg und bin seither auch noch regelmäßig, mehrfach die Woche, sportlich aktiv: Mountain Biken, Indoor Cycling, sowie beim Berg-/Wandern.

Heute soll es hier darum gehen, wie meine Ernährung ausschaut, mit welchen Problemen ich kämpfe und wie sich mein neues Gewicht im Alltag auswirkt.

Relativ schnell hatte ich damals 2016 die 50 Kilogramm an Gewicht verloren; was mich selbst krass überraschte. Gestartet im Mai mit ganzen 165 Kilo waren es nur 6 Monate später bereits 50 Kilogramm weniger. Das ganz ohne Operation, ganz ohne Ärzteteam, einfach nur mit irgendwie eisernem Willen und viel, viel lesen und testen und verwerfen und wieder testen…

Seinerzeit hatte ich noch das Ziel unter die 100-Kilo-Marke zu kommen; deshalb nannte ich mein Vorhaben/Projekt auch #running66 – also runter um ganze 66 Kilo. Inzwischen umgetauft auf #tek66….

Inzwischen habe ich jedoch gemerkt, dass das, zum Einen, wohl nicht so ganz realistisch ist, will ich nicht wie ein „Spargel-Tarzan“ oder auch Hungerlatte ausschauen. Allein durch mein zeitweises krasses (Watt-basiertes) Bike-(Indoor-Cycling)-Training haut das nicht hin… und schon bin ich beim ersten „Problem“: den Muskeln.

Diese entwickeln sich logisch mit und bringen auch selbst ordentlich Gewicht auf die Waage und exakt dieses Gewicht, möchte ich auf keinen Fall mehr missen, ganz im Gegenteil, die Muskelmasse darf/soll noch deutlich mehr werden; denke ich da allein an mein Ziel eines 300er FTP über 60 min pedaliert – dazu aber an anderer Stelle mehr.

Und zum Weiteren, das Gewicht auch zu halten. Denn Essen tat ich schon immer sehr gern und das meiste Zeug, was richtig schmeckt, ist eben leider auch das, auf was weitestgehend verzichtet werden sollte und schon bin ich beim eigentlichen Problem.

50 Kilo weniger: Schön oder macht das Probleme?

Da ich ganz ehrlich nicht nur zu mir selbst, sondern auch zu euch sein möchte: ich war bereits 2017 schon bei 109 Kilogramm mit einem Bauchumfang von 106/107 cm; also alles perfekt, schlichtweg hervorragend.

Nur dann begann ich meine Konzentration vom Essen weg wieder auf andere Dinge zu lenken, das Arbeitspensum nahm ungeahnte Ausmaße an und es schlich sich ein, was ich im Hinterkopf befürchtet hatte und nun auch kommen sah: wieder zuzunehmen, wieder der fette Kerl zu werden, der ich früher war, der mit 165 Kilogramm seinerzeit eher durch die Gegend schlich statt wie heute, gut drauf und sportlich unterwegs zu sein.

Hatte ich mich doch sehr schnell an mein neues Lebensgefühl gewöhnt. Ich fühlte mich nicht nur, ich war auch deutlich gesünder. Ich bin deutlich bzw. überhaupt wieder agil/er, schlafe besser, mein Blutdruck ist wieder normal, der Diabetes bleibt Vergangenheit, einfach ein ganz anderes, neues Leben… Lebensgefühl.

Es gilt, tagtäglich, seine Essgewohnheiten, die Wahl der Lebensmittel und die Menge an Kalorien im Auge zu behalten… ein Leben lang!

Und so kam, was ich eben schon andeutete, es schlichen sich alte Gewohnheiten ein. Ich aß wieder Sachen und diese auch über einen längeren Zeitraum, die ich besser weg lassen sollte und mein Gewicht stieg wieder an. Nun ist es wieder an der Zeit, die Notbremse mit aller Kraft zu ziehen. Tue ich das nicht, weiß ich aus früheren Erfahrungen nur noch zugut, wohin das führen wird — und das habe ich mir geschworen: ich werde nie wieder dieser fette Kerl, der ich einst war.

Protokollierung meiner Mahlzeiten

Eine lange Zeit schrieb ich mir sämtliche Mahlzeiten, einfach alles, was ich täglich so gegessen habe, jeden Tag auf. Erstellte mir Rezepte, wog die Portionen und Mengen der einzelnen Zutaten ab, um so die exakte Kalorienmenge zu bekommen. Als sich das dann zusehends auf regelmäßig das gleiche zu essen eingependelt hatte, ein gewisses Gespür über die Kalorienmengen entwickelt hatte, ließ das nach.

Das Problem mit den Kalorien und Sport

Schnell merkte ich, dass ich mich in einer Art Teufelskreis befand, aus dem ich einfach nicht heraus finde, es bis heute nicht in den Griff bekommen habe.

Einerseits so wenig zu essen, um sich richtig zu ernähren, auch was die Zusammensetzung aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Fetten angeht und dennoch weiter Körperfett abzubauen. Gleichzeitig so viel zu essen, dass die sportliche Leistungsfähigkeit nicht nachlässt und noch ausreichend Power für Training und Muskelaufbau vorhanden ist.

Vegan war eine zeitlang auch mein Thema

Da meine Ernährungsumstellung sehr viel mit weg lassen zu tun gehabt hatte, nahezu sämtliche tierischen Fette strich ich komplett aus meiner Ernährung, kam ich so eines Tages auf die Idee, warum nicht gleich vollständig vegan? Schließlich aß ich zuletzt nur noch Putenfleisch und Käse und hin und wieder Eier und so ernährte ich mich für die Dauer von ca. 6 Monaten ausschließlich vegan.

Tierisches Eiweiß ersetzte ich durch ausschließlich pflanzliches Eiweiß und kam damit eine zeitlang gut zurecht. Nur merkte ich hier mit der Zeit, dass meine Leistungsfähigkeit im Sport nachließ und so begann ich zunehmend wieder, tierisches Eiweiß, in Form von Pute, Käse, Proteeinshakes und Eier, mit in meine Ernährung aufzunehmen.

Zurück zu den Anfängen aus 2016

Wie weiter oben beschrieben, driftete ich immer öfter ab, bekam kurze Zeit wieder die Kurve, driftete wieder ab und so ging das einige Zeit rauf und runter und zuletzt nur noch rauf; zwar langsam und schleichend, aber bergauf.

Es wurde Zeit für die Reißleine und diese habe ich am Montag dieser Woche krass gezogen.

Seither schreibe ich wieder alles auf, was ich esse. Das nimmt zwar Zeit in Anspruch, aber es hilft alles nichts. Zumindest sehe ich so, was ich esse, wie diese Lebensmittel meine Kalorienbilanz beeinflussen und wohin die Reise gehen wird.

Zu kämpfen habe ich noch mit der Wahl der Lebensmittel und deren Kalorien, die diese so mitbringen. Aber das bekomme ich wieder in den Griff. Was 2016 und 2017 funktioniert hat, das tut es auch wieder in 2019 und den Folgejahren.

Ebenfalls habe ich das IntervallFasten wieder aktiviert, dass ich lange Zeit, fast anderthalb Jahre, gut hin bekommen hatte. Hier habe ich mich aktuell für 18:6 entschieden. Also 18 Stunden Essenpause und nur 6 Stunden essen.

Bessere Planung meiner Ernährung

Die Planung meiner Ernährung werde ich die nächste Zeit noch verbessern und optimieren. Dazu werde ich täglich morgens einen Essenplan für den Tag erstellen, um vorher zu wissen, was und wie viel ich tagsüber esse, bevor ich das esse, was an Kilokalorien zusammen kommen wird. Schließlich dürfen die Portionen nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sein. Auch wird es wieder spezieller Einkaufslisten bedürfen, um die Lebensmittel auch im Haus zu haben.

Meine größte Herausforderung

Solange ich standardisiert esse, läuft alles easy. Standardisiert bedeutet, regelmäßig wiederkehrend, irgendwie stets das Gleiche, hier kennt man sich aus und weiß genau, was man isst.

Die Herausforderung besteht darin, wieder normale Nahrung zu sich zu nehmen.

Nur ist es halt eine Frage der Zeit, bis einem dieser Standard aus dem Halse heraus hängt und man einfach bestimmte Lebensmittel nicht mehr sehen kann und ein gewisser Appetit, der sich womöglich auch noch gewaltig steigert, auf Lebensmittel entsteht, auf die aus vielerlei Gründen besser verzichtet würde.

Essen als Sucht

Irgendwie würde ich Essen mit einer Art Sucht vergleichen: Alkohol- oder Drogensucht, das Rauchen. Wer diese Sachen zu sich nimmt, kann in der Regel auch nicht mal eben von jetzt auf nachher vollständig damit aufhören.

Wer allerdings solch ein Problem, seine Sucht angeht, diese bekämpft, um davon los zu kommen, hat in aller Regel eines unter allen Umständen zu befolgen: 100% Verzicht auf Alkohol, Drogen oder Zigaretten.

Nur mit dem Essen ist das so eine Sache; aufhören zu essen ist eher ein Unding und schlichtweg nicht möglich, was hier die Angelegenheit deutlich schwieriger gestaltet. Somit gilt es, nicht mit dem Essen aufzuhören, sondern sein Gehirn dahingehend umzuprogrammieren, dass die eigene Ernährung auf Dauer so erfolgt, wie es erforderlich ist und das erfordert Zeit und Geduld.

Manchmal habe ich mir schon gewünscht, zusätzliche Hilfe zu erhalten. Gerade wenn ich mal wieder gelesen habe, der Promi hat diese Klinik, diesen Arzt, jener Promi hat einen Koch, Ernährungsberater oder irgendwelche unterstützende Coachs… wenn man jedoch alles, so wie ich, mit sich allein ausmacht und selbst seinen Weg: von 165 Kilogramm bis runter auf 99 Kilogramm findet und diesen geht, dann ist das schon eine weitaus größere Herausforderung… in diesem Sinne — wir lesen uns weiterhin. Euch viel Spaß dabei und mir, die paar Kilo bis zu den geplanten 99 Kilogramm.

Über

Als ehemaliger Profi im sich nicht bewegen, brennt Frank inzwischen für Fitness, Gesundheit, sowie gesunde & vegane Ernährung. In seiner Freizeit und oft darüber hinaus, ist er am liebsten in der freien Natur unterwegs und stellt sich dort seinen stetig wachsenden, sportlichen Herausforderungen. Dabei liebt und genießt Frank die absoluter Ruhe.

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